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Verantwortungsbewusstes Spielen. Hilfe bei Glücksspielsucht

Glücksspielsucht betrifft in Deutschland nach Daten der BIÖG rund 430.000 Menschen. Studien des ISD Hamburg zeigen, dass 5,7 % der erwachsenen Bevölkerung in die Kategorie eines erhöhten Risikos fällt. Bei 2,3 % wird eine Glücksspielstörung nach den ICD-11-Kriterien diagnostiziert. Das ist ein bedeutsamer Teil der Bevölkerung, und frühe Anzeichen einer Sucht gehen oft an der Wahrnehmung vorbei, bis die finanziellen Verluste ernst werden.

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Chicken Road Deutschland: Fakten

SpielanbieterInout Games
SpielformatCrash
RisikostufeMittleres Risiko, Hohes Risiko
Veröffentlichter RTP98%
Mindesteinsatz0.10
Maximaleinsatz1000
Autoplay-OptionVerfügbar
Veröffentlichungsdatum04.04.2024
Verantwortungsbewusstes Spielen. Hilfe bei Glücksspielsucht
Spielen
VeröffentlichtAktualisiert

Die Seite versammelt drei praktische Themen. Das erste betrifft konkrete frühe Signale problematischen Spielverhaltens, die sich bei sich selbst oder bei einer nahestehenden Person bemerken lassen. Das zweite umfasst staatliche und private Werkzeuge der Selbstkontrolle und des Selbstausschlusses. Das dritte liefert direkte Kontakte der Hilfsangebote in Deutschland mit durchgehender Erreichbarkeit und sprachlicher Unterstützung.

Warum Online-Casinos ein erhöhtes Suchtrisiko haben

Online-Casinos unterscheiden sich von landgebundenen Spielhallen durch Geschwindigkeit und Verfügbarkeit. Eine Runde eines Crash-Spiels dauert 15 bis 30 Sekunden. Eine Spielstunde umfasst 100 bis 200 Runden mit durchgehenden Zyklen aus Einsatz, Ergebnis und Entscheidung. Diese Geschwindigkeit lässt zwischen den Runden keine Zeit, das Gesamtbild der Sitzung zu bewerten. Spielende sehen jede einzelne Runde, bemerken aber nicht, wie sich die Verluste über eine Stunde oder einen Abend ansammeln.

Die Verfügbarkeit von Online-Casinos läuft 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Soziale Schranken, die in landgebundenen Spielhallen wirken (Schließung um Mitternacht, verpflichtende Pause, Ausweispflicht), fehlen. Der Browser auf dem Smartphone öffnet sich an jedem Ort ohne Zeugen. Das nimmt natürliche Hürden auf dem Weg zum impulsiven Spielen weg.

Die digitale Natur des Geldes auf dem Casino-Konto spielt ebenfalls eine Rolle. Eine Einzahlung von 200 € über die Bankkarte wirkt psychologisch leichter als 200 € Bargeld an der Casino-Kasse. Zahlen auf dem Bildschirm lassen sich einfacher ignorieren. Nach Daten der BIÖG liegt das Risiko einer Suchtbildung beim Online-Glücksspiel um 60 bis 80 % höher als bei landgebundenen Casinos beim gleichen Spielumfang.

Frühe Anzeichen für problematisches Spielverhalten

Frühe Signale problematischen Spielverhaltens sind den Spielenden meist selbst sichtbar, werden aber mit dem Argument „noch nicht kritisch“ beiseite geschoben. Die Liste unten ist keine Diagnose, sondern ein Auslöser für ein Gespräch mit Angehörigen oder einer Fachperson. Wenn 2 bis 3 Punkte gleichzeitig zutreffen, lohnt sich der Schritt zu einer Beratung.

Die Spielsitzung sprengt den ursprünglich geplanten Zeit- oder Budgetrahmen. Geplant war eine Stunde und 50 €, tatsächlich vergehen drei Stunden und 150 €. Eine einmalige Abweichung kommt vor. Die regelmäßige Wiederholung dieses Musters wirkt als stabiles Signal.

Gedanken ans Spielen kehren tagsüber wieder. Spielende denken bei der Arbeit an die nächste Sitzung, gehen vergangene Runden im Kopf durch, planen Strategien für das nächste Spielen. Das ist ein wachsender Spielraum im Kopf, der andere Themen zu verdrängen beginnt.

Es entstehen Versuche, das Ausmaß des Spielens vor Angehörigen zu verbergen. Spielende antworten nicht direkt auf die Frage „wie viel hast du gestern ausgegeben“, lenken das Gespräch auf andere Themen, spielen dann, wenn niemand in der Nähe ist. Es gibt niemanden, vor dem man Spielen verbergen müsste, wenn es im Rahmen liegt.

Nach einem Verlust entsteht der Wunsch, „zurückzuholen“ durch Erhöhung des Einsatzes. Das ist das gefährlichste Signal und gleichzeitig das verbreitetste. Nach Statistiken der deutschen Hilfsangebote beschleunigt das Verlust-Chasing durch Einsatzerhöhung den Verlust des Bankrolls um das Zwei- bis Dreifache im Vergleich zu einer regulären Sitzung.

Finanzielle Probleme tauchen erstmals auf oder verstärken sich. Es reicht nicht für die Miete oder die Nebenkosten. Die Kreditkarte läuft bis zum Limit voll. Spielende leihen sich Geld bei Freunden oder bei der Familie unter einem Vorwand, der nichts mit dem Spielen zu tun hat. Auf dieser Stufe verlässt das Gespräch mit einer Fachperson den Status einer Option und wird zur Notwendigkeit.

OASIS und andere Spielersperren

OASIS arbeitet als staatliches Selbstausschluss-System für GGL-lizenzierte Plattformen. § 8 GlüStV 2021 regelt das System, und alle Casinos mit GGL-Lizenz aus Deutschland müssen daran teilnehmen. Der Antrag wird über das Casino oder direkt bei der GGL eingereicht. Nach der Registrierung in OASIS gilt die Sperre automatisch für alle GGL-Plattformen in Deutschland.

Die Sperrdauer in OASIS beträgt mindestens 3 Monate ohne Obergrenze. Spielende wählen die Dauer beim Antrag selbst. Eine vorzeitige Aufhebung der Sperre ist nicht möglich. Nach Ablauf der Sperrfrist wird sie nicht automatisch aufgehoben. Spielende müssen einen separaten Antrag auf Aufhebung stellen und ein Prüfverfahren durchlaufen. Das ist ein bewusst langsamer Prozess, der vor einer impulsiven Rückkehr zum Spielen schützt.

OASIS arbeitet nicht auf Casinos ohne GGL-Lizenz. Plattformen mit Curaçao-eGaming-Lizenz, MGA Malta oder anderen Offshore-Lizenzen sind nicht zur Integration in OASIS verpflichtet. Eine Selbstsperre auf solchen Casinos wird über den Support der konkreten Plattform eingerichtet. Diese Art der Sperre gilt nur für ein Casino, eine Übertragung auf andere Plattformen findet nicht statt. Das schränkt ihre Wirksamkeit für Spielende ein, die Konten auf mehreren Offshore-Plattformen haben.

Werkzeuge zur Selbstkontrolle bei Casinos

Bevor die Situation eine OASIS-Sperre erreicht, gibt es bei jedem Casino einen Satz milder Selbstkontroll-Werkzeuge. Auf GGL-Plattformen sind sie in das LUGAS-System integriert. Auf Curaçao-Plattformen werden die Werkzeuge vom Casino freiwillig angeboten und arbeiten nach internen Regeln.

Das Einzahlungslimit begrenzt den maximalen Betrag, den Spielende in einem Zeitraum einzahlen können. Auf GGL-Plattformen wirkt über LUGAS ein verpflichtendes Limit von 1.000 € pro Monat für alle deutschen Spielenden. Spielende können sich selbst ein niedrigeres Limit über die Konto-Einstellungen setzen. Eine Senkung des Limits tritt sofort in Kraft. Eine Erhöhung des Limits verlangt eine Wartezeit von mindestens 7 Tagen ab Antragseingang.

Das Einsatzlimit begrenzt den maximalen Einsatz pro Runde. Auf virtuellen Automatenspielen mit GGL-Lizenz wirkt das staatliche Maximum von 1 € pro Spin. Bei Crash-Spielen wie Chicken Road wird ein individuelles Einsatzlimit über die Konto-Einstellungen gesetzt. Das nützt Spielenden, die bei sich selbst eine Tendenz zur Erhöhung der Einsätze nach mehreren Verbrennungen bemerken.

Der Sitzungs-Timer erinnert Spielende an die Spieldauer. Nach einem festgelegten Intervall (meist 30 oder 60 Minuten) erscheint auf dem Bildschirm eine Mitteilung mit dem Vorschlag, die Sitzung zu beenden. Das durchbricht den automatischen Zyklus „nächste Runde“ und führt Spielende zu einer bewussten Entscheidung zurück. Der Realitätscheck arbeitet ähnlich und zeigt das aktuelle Sitzungsergebnis im Plus oder Minus an.

Konkrete Hilfsangebote in Deutschland

Staatliche und private Hilfsangebote in Deutschland arbeiten anonym und kostenfrei. Der Kontakt zu einem Hilfsangebot wird nicht in staatlichen Registern festgehalten und beeinflusst die berufliche oder soziale Situation der Spielenden nicht. Unten stehen direkte Kontakte mit Angabe der Servicezeiten und der sprachlichen Unterstützung.

Das BIÖG-Beratungstelefon arbeitet als zentraler staatlicher Hilfekanal. Die Nummer 0800 137 27 00. Der Anruf ist kostenfrei, das Gespräch anonym. Servicezeiten: Montag bis Donnerstag 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. Die türkischsprachige Linie läuft unter der separaten Nummer 0800 326 47 62 zu denselben Zeiten. An der Linie arbeiten Beratende mit einer fachlichen Ausbildung zu problematischem Spielverhalten.

Das Online-Portal check-dein-spiel.de bietet drei praktische Werkzeuge an. Der Schnelltest gibt einen anonymen Selbsttest aus 19 Fragen mit automatischer Risikoeinschätzung. Check Out arbeitet als strukturiertes Online-Programm über 7 Wochen für die selbstständige Arbeit an der Reduktion des Spielverhaltens. Der Bereich Beratung gibt Chat- und E-Mail-Beratung mit diplomierten Psychologen. Alle drei Werkzeuge sind kostenfrei und anonym.

Die Suchtberatungsstellen arbeiten lokal in den Städten und Gemeinden. Die Liste der nächstgelegenen Stellen findet sich über die Suche auf check-dein-spiel.de oder über einen direkten Anruf bei der BIÖG. Eine persönliche Beratung in einer Suchtberatungsstelle eignet sich für Fälle, in denen eine längere Arbeit mit einem Psychologen nötig wird, nicht eine einmalige Hilfe per Telefon. Anonyme Spieler arbeiten als Selbsthilfegruppe nach dem Modell der Anonymen Alkoholiker. Treffen finden in Präsenz in den meisten größeren Städten und online über Zoom statt.

Was Angehörige tun können

Angehörige der Spielenden bemerken die Anzeichen problematischen Verhaltens oft früher als die Spielenden selbst. Finanzielle Schwierigkeiten in der Familie, langes „Hängen“ am Smartphone, Verschlossenheit beim Thema Bankkonten. Die spielende Person leugnet das Problem in dieser Phase meist und interpretiert das Thema als Eingriff in den persönlichen Raum. Das ist eine typische und vorhersehbare Dynamik.

Ein Gespräch mit der spielenden Person ist ohne Vorwürfe sinnvoll zu beginnen. Nicht „du spielst ständig und verlierst“, sondern „mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit abends mehr Zeit am Telefon verbringst, und ich möchte verstehen, wie es dir geht“. Direkte Vorwürfe schließen das Gespräch. Offene Fragen lassen Raum für eine Antwort. Das ist eine Grundtaktik, die in den meisten ersten Gesprächen funktioniert.

Für Angehörige der Spielenden gibt es eine eigene Hilfslinie. Die BIÖG nimmt Anrufe von Familienmitgliedern und Partnern unter derselben Nummer 0800 137 27 00 entgegen. Die Beratenden geben Empfehlungen zum Gespräch, zum Schutz der Familienfinanzen und zum Erhalt der eigenen psychologischen Ressource. Die Hilfe für eine nahestehende Person mit Sucht läuft als ein langer Prozess, und die Angehörigen selbst brauchen oft an erster Stelle Unterstützung.

Der finanzielle Schutz der Familie bei einer bestätigten Sucht umfasst mehrere praktische Schritte. Getrennte Bankkonten, Begrenzung des Zugangs zu gemeinsamen Mitteln, Übertragung einer Vollmacht zur Verwaltung der Finanzen an eine dritte Person. Diese Schritte sind mit einer Fachperson zu besprechen, nicht im Alleingang umzusetzen, da radikale Veränderungen ohne Beratung das Vertrauen in der Familie oft zerstören.

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